Sweetgrass

Es gibt sie noch, diese einsamen Flecken Erde, wo Menschen ein einfaches Leben jenseits unserer zivilisierten, hoch technisierten Gesellschaft leben. Allein mit sich, der Landschaft, der Natur… und jeder Menge Schafen! Schauplatz von „Sweetgrass“ sind die Absaroka-Beartooth Mountains im Süden des Bundesstaats Montana, im Nordwesten der USA. Die Protagonisten dieser eigenwilligen Dokumentation sind Schafe und ihre Hirten, die auf einer einsamen Ranch ihre Herde zusammenhalten.

Es ist ein höchst ungewöhnlicher Blickwinkel, den die beiden Filmemacher Ilisa Barbash und Lucien Castaing-Taylor auf die Tiere und ihre Mentoren werfen: Die Kamera ist so nah am Geschehen, dass der Zuschauer die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Tier, Umwelt und Viehhaltung, Schmerzen und Gefühlen im Kinosaal gleichsam spüren kann. Der Ton, der ohne jeglichen Kommentar auskommt, untermalt geschickt die Situationen, wenn wir beispielsweise im Zwiespalt gelassen werden, ob wir mit dem geschorenen Schaf oder dem schwitzenden Hirten mitfühlen sollen. Auf einzigartige Weise und mit beeindruckenden Bildern versteht es dieses Werk, die Geschichte der letzten freien Schafzüchter Amerikas zu erzählen.

Regie: Lucien Castaing-Taylor, Ilisa Barbash
Produktion: Peabody Museum, Cambridge, USA
Produzent: Ilisa Barbash
Kamera: Lucien Castaing-Taylor
Ton: Ernst Karel
Schnitt: Ilisa Barbash
Land: USA
Jahr: 2009
Länge: 115 Min.